Jeantex Tour Transalp 2010 powered by Sigma vom 27.06.-03.07.2010
7 Tage – 782 km – 20.000 hm von Mittenwald nach Arco
Eine heiße Woche mit stürmischem Ende
Heuer sollte es mal wieder soweit sein: JTT zum dritten, Tom ließ sich in letzter Minute dazu überreden, da man immer im Team starten muss, Einzelfahrer sind nicht möglich.
Grundsätzlich fühlten wir uns gut vorbereitet, Tom war im Plan und Mona`s 1. beim Berchtesgadener besänftigte auch. Allein der regnerische Juni ließ einige lange Einheiten zur Qual werden – wer fährt schon gerne 4-5 h im Regen? Aber da muss man durch.
Die Aufregung und Anspannung stieg in den Tagen zuvor an; am 26.06. war es dann soweit – auf nach Mittenwald.
Tom`s Eltern erklärten sich freundlicherweise wieder bereit, uns die Woche das Gepäck zu transportieren und die Hotels klar zu machen. Schon mal vielen Dank dafür.
Nach der ganzen Organisation der Startunterlagen, einer kleinen Einfahrrunde und der ersten Pastaparty heiß es früh schlafen gehen und Kraft tanken – der gute Schlaf sollte von Tag zu Tag wichtiger werden.
1. Tag Mittenwald – Sölden: 121 km und 2.670 hm
Leider mussten wir aufgrund unserer zugeteilten Startnummer am ersten Tag aus dem C-Block starten, was bedeutet, dass viele langsamere Fahrer vom B-Block erst mal überholt werden mussten. Die Anfahrt nach Kematen zog sich dann die 45 km etwas, doch mit knackigen Anstiegen über Axams das Kühtai hoch und bei Temperaturen jenseits der 30° Grad kämpfen wir uns in das Ötztal und schafften es unter die Top Ten. B-Block gesichert.
2. Tag Sölden – Brixen: 124 km und 2.985 hm
Bekannte Strecke Timmelsjoch und Jaufenpass und dann die Hoffnung auf eine gute Gruppe die letzten 35 km und noch ein bisschen Reserve für die letzten Höhenmeter am Schluss. Unser Plan, dass Mona am Berg zeit rausfährt und Tom dies in den Abfahrten wieder aufholt, ging am ersten Tag nicht auf. Am zweiten Tag fast und der Platz unter den Top Ten festigte sich.
3. Tag Brixen – St. Vigil: 85 km und 2.940 hm
Trotz der Kürze hat es die Etappe mit dem langen Anstieg des Würzjochs, den vielen „Wellen“ sowie dem steilen Schlussberg Furkelpass in sich. Die Temperaturen wurden immer heißer, aber von Tag zu Tag kam man besser damit zurecht. Nach einer guten Etappe und netten Bekanntschaften kamen wir in St. Vigil zufrieden als 8. an.
4. Tag St. Vigil – Alleghe: 130 km und 3.450 hm
Heute sollte nicht unser Tag sein, obwohl wir uns sehr auf die tolle Etappe freuten. Erst stand eine lange neutralisierte Phase bevor – und da war es passiert. Nach einem Sturz 2 Reihen vor uns konnten wir zwar noch bremsen und ausweichen, aber der Hintermann rammte Tom und sein Hinterrad und war verbogen. Sollte eine mächtige „8“ ausgerechnet die Königsetappe verhindern? (Kommentar „Rose“ am Abend: Die Felge ist eigentlich zum Wegschmeißen“). Irgendwie schaffte es Tom aber, die Etappe über 5 Pässe (Grödnerjoch, Passo Sella, P. Pordoi, P. Falzarego und P. Giau) zu finishen. Hut ab! Die ersten Pässe noch relativ angenehm zu fahren, kostete der Passo Giau die letzten Körner. Auch die Reparatur des Hinterrades am Abend verlängerte den Tag zusätzlich.
Das Motto: Abhaken und morgen ist ein neuer Tag !
5. Tag Alleghe – Kaltern: 115 km und 2.670 hm
Die Etappe war bekannt: der steile San Pelegrino und der Karerpass sowie die Anstiege um Deutschnofen lagen uns. Tom kam immer besser in den Tritt und schloss bereits beim 2. Pass zu Mona auf. Die Gruppe hin zum Kalterer See funktionierte, aber der Schlussanstieg nach Kaltern sollte es bei 40° Grad in sich haben. In der Gruppe waren drei Mixed-Pärchen und von Ehrgeiz gepackt kamen wir als erster an und holten uns den 5. Platz.
6. Kaltern – Trento: 118 km und 3.055 hm
Nachdem die 15km neutralisiert überstanden waren, sollte der Anstieg nach Truden erklommen werden. Steil soll er sein… ideal für Mona…aber wieviel ist steil? Und wie lange? Wir können nur sagen: sehr steil, v.a. nach den Anstrengungen der Vortage. Da wusste man dann anschließend die normale Steigung am Manghenpasses, der sich toll durch den Wald schlängelt, sehr zu schätzen. Auch die restlichen kleineren Anstiege und Wellen konnten mit einer guten Gruppe geschafft werden und wir bestätigten das Ergebnis vom Vortag.
7. Trento – Arco: 89 km und 2.200 hm
Letzter Tag, letzte Reserven, mittags sind wir in Arco, dann haben wir`s geschafft – das spornt an.
Auch wenn es teilweise unerträglich heiß war, zum Monte Bondone lief es einfach und die Abfahrt war perfekt. Dann noch 40 km, welliges Gelände und irres Tempo und dann kurz vorm Passo del Ballino keine Gruppe. Mona kämpft, Tom ebenso, eigentlich geht es vom Tenno-See nur noch bergab und der Abstand zu den hinter uns liegenden Teams sollte reichen. Aber wann kommt die Zeitnahme – wann??
Im Ziel angekommen fällt die Anspannung ab, wir sind überglücklich. Unser Ziel haben wir weit übertroffen. Man beglückwünscht die anderen. Jetzt erst mal abschalten, die Eindrücke verarbeiten und RELAXEN.
Doch dann kommt es stürmisch: die im Freien statt findende Abendveranstaltung, bei der die Finisher-Trikots übergeben werden, fällt sprichwörtlich ins Wasser. Bei strömenden Regen, Blitz und Donner wird leider alles abgebrochen.
Zuletzt grüßen wir alle netten Leute, die wir kennengelernt bzw. wieder getroffen haben, danke für die gute Organisation, die 1a Begleitung durch Kuno und Maria – und überhaupt.
